Erste Sitzung des CNN- Fachbeirats
Großes Interesse an den Ergebnissen der Studie im Rahmen des Projekts „Chancen nahtlos nutzen – Suchtselbsthilfe als aktiver Partner im Netzwerk“ zeigte sich bei der ersten Sitzung des Fachbeirats im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Berlin. Dem Fachbeirat gehören Vertreter/innen der Wohlfahrtsverbände, der Krankenkasse, der Rentenversicherung sowie der Fachverbände an. Sie alle waren der Einladung der fünf Suchtselbsthilfeverbände zur Teilnahme am Fachbeirat gefolgt. Mit dem Projekt „Chancen nahtlos nutzen“, das vom BMG finanziert wird, soll die Kooperation zwischen ehrenamtlicher Sucht-Selbsthilfe und beruflicher Suchthilfe verbessert werden. In einer ersten Projektphase wird von der Universität Hildesheim eine qualitative Studie erstellt. Interviewt werden dazu Gruppenleiter/innen der Selbsthilfe sowie der stationären und ambulanten Suchthilfe in der jeweiligen Region, erläuterte Professorin Dr. Renate Soellner von der Universität Hildesheim. Als Ergebnis der Befragungen soll am Ende die Erkenntnis stehen, wie Kooperation funktioniert und welche Kriterien sie erfolgreich machen bzw. verhindern. Diese Ergebnisse sollen in einer zweiten Projektphase vor allem den Sucht-Selbsthilfegruppen vermittelt werden, um die Zusammenarbeit zu optimieren.
Die Mitglieder des Fachbeirats sollen und wollen das Projekt unterstützen und ihr Wissen einbringen. In der ersten, sehr konstruktiven Sitzung, gab es bereits wertvolle Anmerkungen und Hinweise, die noch in die Interviews eingearbeitet werden können. Weiterhin zeigten sich die Verbände bereit, Artikel zum Projekt in ihren Publikationen zu drucken. Insgesamt, so stellte Moderator Heinz-Josef Janßen vom Kreuzbund fest, eine ermutigende und gute Sitzung. Die Zusammenarbeit im Fachbeirat soll Ende Mai mit einer zweiten Sitzung fortgesetzt werden. Dann werden auch die Ergebnisse der Interviews vorliegen.
An dem Projekt sind die fünf in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen vertretenen Sucht-Selbsthilfeverbände beteiligt: Das Blaue Kreuz in der Evangelischen Kirche, das Blaue Kreuz in Deutschland, die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, die Guttempler in Deutschland und der Kreuzbund.
Chancen nahtlos nutzen – Suchtselbsthilfe als aktiver Partner im Netzwerk
Wer Suchtprobleme hat und Hilfe sucht, braucht ein nahtloses und lückenloses Angebot. Dafür stehen ihm ehrenamtliche Ansprechpartner/innen in Selbsthilfegruppen sowie hauptamtliche Mitarbeitende in Fachkliniken und Beratungsstellen zur Verfügung. Doch wie lässt sich die Zusammenarbeit dieser Stellen optimal gestalten? Diesem Thema widmet sich ein Projekt, das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird: „Chancen nahtlos nutzen– Suchtselbsthilfe als aktiver Partner im Netzwerk“. Beteiligt sind neben den Freundeskreisen für Suchtkrankenhilfe das Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche, das Blaue Kreuz in Deutschland, die Guttempler in Deutschland sowie der Kreuzbund. Ziel des Projekts ist, die Übergänge von professioneller Suchthilfe und Suchtselbsthilfe zu verbessern und die beiden Bereiche stärker zu verzahnen.
Ein Projekt in zwei Phasen
Die einjährige erste Phase des Projekts hat am 1. Juli 2011 begonnen. Sie dient der Exploration – also der Frage, wie Kooperationen zwischen der ambulanten bzw. stationären Suchthilfe und der Suchtselbsthilfe derzeit aussehen. Diese Untersuchung findet mit Hilfe der Universität Hildesheim statt. Interviewt werden Vertreter/innen der professionellen Suchthilfe und der Suchtselbsthilfe. Sie beantworten Fragen wie:
- Was fördert eine reibungslose und stetige Kooperation, was hemmt sie?
- Wie kann die Suchtselbsthilfe erfolgreich in (regionale) Netzwerke
eingebunden werden?
- Welche Modelle „guter Praxis“ bestehen bereits und wie können diese
Modelle in die Selbsthilfearbeit eingebunden werden?
Die Ergebnisse der Interviews werden am Ende gebündelt. Ein Fachbeirat steht den Projektbeteiligten beratend zur Seite.
In der zweiten Phase werden die „Good-Practice“-Methoden flächendeckend umgesetzt. Ziel ist, den Übergang für Suchtkranke aus hauptamtlichen Hilfeangeboten in die Suchtselbsthilfe zu erleichtern. Den ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen der Selbsthilfe sollen Werkzeuge an die Hand gegeben werden, neue Kooperationen anzustoßen und aufzubauen oder bestehende zu festigen.




